Notfallverhütung kann schnell zum Thema werden und selbst die aufgeklärteste Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben mit der Situation konfrontiert werden, erst "danach" über die Verhütung nachzudenken.
Es können viel mehr Gründe auftreten, als das klassische gerissene Kondom. Ein anderes Verhütungsmittel hat versagt, die Anti-Baby-Pille wird erst seit einigen Tagen eingenommen, daher besteht kein sicher gewährleisteter Schutz. Ein Magen-Darm-Effekt wurde akut, oder es kam aus einem anderen Grund zum Erbrechen der Anti-Baby-Pille. In manchen Fällen wird die Anti-Baby-Pille doch einmal vergessen. Oder es konnte nicht verhütet werden, aus welchen Gründen auch immer.
Wichtig ist es für die Frauen zu wissen, dass eine Schwangerschaft auch nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr vermieden werden kann.
Was ist Levonelle?
Das von der Firma Bayer entwickelte Präparat für eine postkoitale Notfallverhütung ist in Deutschland unter dem Namen Levogynon bekannt. Für eine europaweite Anpassung der Namen ist diese "Pille danach" jetzt auch in Deutschland unter dem englischen Namen Levonelle auf dem Markt erhältlich.Wofür wird die Pille danach eingesetzt?
Die sogenannte „Pille danach“ ist neben der „Spirale danach“ eine Möglichkeit, nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft zu verhindern.Es ist dazu anzumerken, dass es sich dabei in der deutschen Rechtsprechung um keinen Schwangerschaftsabbruch handelt, da eine Schwangerschaft juristisch erst mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter definiert ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die „Pille danach“ unter moralischen und religiösen Aspekten nicht kontrovers diskutiert wird.
Wie funktioniert Levonelle?
Levonelle besteht besteht aus dem hochdosierten gestagenartigen Hormon „Levonorgestrel“, das auch in herkömmlichen Anti-Baby-Pillen zu finden ist.Das Hormon hemmt den Eisprung. Dabei wird verhindert, dass Spermien auf die u. U. befruchtungsfähige Eizelle treffen. Falls es bereits zu einer Befruchtung gekommen ist, kann Levonelle die Einnistung in die Gebärmutter verhindern. Diese Einnistung findet in der Regel nach 6-8 Tagen nach der Befruchtung statt. In diesem Zeitraum greift Levonelle in ihrer Wirkungsweise. Erst mit der Einnistung kommt es zu einer Schwangerschaft und die "Pille danach" ist nicht mehr wirksam. Das ist besonders bedeutend, da dieser Faktor die "Pille danach" von der Abtreibungspille unterscheidet. Eine bestehende Schwangerschaft wird nicht abgebrochen!
Wichtig ist, die Levonelle so schnell wie möglich einzunehmen. Es gelten maximal 3 Tage, an denen sie Wirksam werden kann, allerdings lässt diese Wirkung nach, je länger mit der Einnahme gewartet wird. Dasselbe gilt, wenn mehrmals während des Zyklus eine „Pille danach“ genommen wird.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Die Nebenwirkungen gleichen denen der klassischen „Pille“ und treten wenn überhaupt individuell auf. Zu den häufigsten zählen Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und ein Ziehen in der Brust. Sollte nach der einnahme von "Levonelle" erbrochen werden, muss diese Pille erneut verschrieben und schnellstens eingenommen werden.Die eintretende Monatsblutung kann heftiger ausfallen, es kann auch zu Zwischenblutungen kommen und der Zyklus kann sich verschieben. Tritt keine Monatsblutung ein, muss unbedingt ein Schwangerschaftstest beim Gynäkologen durchgeführt werden, da auch die Pille danach nicht zu 100% eine Schwangerschaft vermeiden kann.
Woher bekommt man Levonelle und was kostet sie?
Levonelle ist verschreibungspflichtig. Tritt der Notfall an einem Wochenende ein, sollte der Bereitschaftsdienst im Krankenhaus konsultiert werden. In einigen Städten gibt es auch einen gynäkologischen Notdienst.Die „Pille danach" kostet zwischen 16 und 18 Euro, bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Bei jungen Frauen unter 16 Jahren werden die Eltern meistens kontaktiert.
Unter welchen Voraussetzungen kann Levonelle nicht wirken?
- Bei wiederholtem ungeschützen Geschlechtsverkehr nach der Einnahme von Levonelle.
- Falls es Zyklus bereits schon zuvor zu ungeschützten geschlchtsverkehr gekommen ist.
- Bei Erbrechen innerhalb der nächsten Stunden nach der Einnahme
- Bei einer bestehenden Schwangerschaft
- Falls andere Medikamente eingenommen werden, die die Wirkungsweise reduzieren können. Dazu zählen u. a. Mittel gegen Epilepsie. Dem verschreibenden Arzt ist unbedingt die Einnahme aller anderen Medikamente mitzuteilen!
- Falls eine Krankheit vorliegt, die die Aufnahme von Levonelle einschränkt z.B. Morbus Crohn
Wichtige Hinweise:
Levonelle ist kein Ersatz für eine langfristige Verhütungsmethode. Sie wurde für den Notfall entwickelt und sollte auch nur dann eingesetzt werden.Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Für die eigene Sicherheit sollte immer ein Kondom verwendet werden.
Wichtig ist, dass es auch bei der „Pille danach“ keine 100 prozentige Garantie einer Schwangerschaftsvermeidung gibt!
Die Pille danach hat keine Depotwirkung und gilt nur Rückwirkend für den ungeschützten Geschlechtsverkehr. Danach sollte im restlichen Zyklus unbedingt mit Kondom verhütet werden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden.